Was ist ein Pixel-Stick?
Das ist eine Stab mit farbigen LED's, auf dem vorbereitete Dateien (ein Foto, eine selbst angeferigte Grafik etc.) zeilenweise abgespiel wird. Jedes LED auf dem Stick entspricht einem Pixel in der Datei. Daher muss diese Datei eine vorgegebenes Größe haben. Auf einem Display wird die abzuspielende Datei ausgewählt, die Helligkeit und andere Parameter müssen eingesellt werden und los geht's. Der Stick wird durch das Bild geführt und wir malen mit Licht - Lightpainting. Die Kamera 'sammelt' die Lichtpunkte während der gesamten Belichtung ein.
Mehr dazu findet ihr auf der englichsprachigen Webseiete des Herstellers http://www.thepixelstick.com/, in Foren und auf youtube.
 
Die Anwendung zu zweit ist ideal. Einer bedient die Kamera, einer den Stick.
 

Den Stick zu bewegen ist an sich einfach - wenn es gut werden soll, ist es eine besondere Herausforderung. Dabei muss man zunächst sicher wissen, wo die Grenzen des aufzunehmenden Bereiches liegen. In diesem Bereich bewegt man sich dann während der Aufnahme - vorzugsweise einmal von Rand zu Rand. Abhängig vom Motiv wird der Stick möglichst gleichförmit / gerade geführt oder geschwungen und gedreht. Die Dauer dieser Bewegung ergibt die Belichtungszeit.

 

Für die Aufnahmen haben wir die Kamera auf manuell gestellt. Die ISO haben wir auf 100 oder 200 gesetzt. Die Zeit wird von der Bewegung des Stick vorgegeben, häufig zwischen 10 und 30 Sekunden, gelegentlich auch kürzer. Die Blende bestimmt nun die Farbigkeit und Helligkeit des Hintergrundes. Für die Motive des Stick ist eine Blende zwischen 5.6 und 11 ideal, ein - zwei Blenden mehr oder weniger verträgt das Bild aber auch und damit ist der Spielraum ausreichend groß.

 5313 FWG 20201016

Bei diesem Motiv haben wir - man könnte es erahnen - die Männchen abgespielt und den Stick innerhalb weniger Sekungen durch den aufzunehmenden Bereich geführt. Blende 5,6, 13 Sekunden, ISO 100
 
5353 FWG 20201016 
 

Vor der Sparkasse Lemgo ist diese Aufnahme entstanden. Für das Motiv bzw. die Bewegung des Stick benötigten wir 20 Sekunden. Damit hat das recht helle vorhandene Licht uns Blende 16 vorgegeben: Blende 16, 20 Sekunden, ISO 100.

 5362 FWG 20201016

Auf den Bodenleuchten haben wir farbige Gels gelegt. Die Position der Kamera haben wir so gewählt, das sich interessante Spiegelungen im Glas ergaben. Den Stick mussten wir nur ein kurzes Stück bewegen, das Motiv wurde einmal innerhalb weniger Sekunden durchlaufen. Daher 4 Sekunden, F16, ISO 100.

 5390 FWG 20201016 b1

Hier haben wir zwei unterschiedliche Aufnahmen in Photoshop zusammenmontiert: Eine Aufnahme mit dem Drachen auf der rechten Seite, eine mit dem Drachen auf der linken Seite. Jeweils F8, 6 Sekunden, ISO 100

 

Natürlich haben wir für jede Aufnahme mehrere Versuche benötigt, bis die Bewegungen des Stick das gewünschte Ergebnis lieferten und bis die eingestellten Parameter der Kamera stimmten. Die Kamera stand fest auf einem Stativ, ausgelöst mit Fernauslöser.

Werden Zeit und Blende fest eingestellt, sind die Aufnahmen reproduzierbar. Zwischen den Bedienerns von Kamera und Stick wird der Beginn der Aufnahme abgestimmt - z.B. durch Herunterzählen: 3-2-1-los! Um dem Bediener des Stick eine zeitliche Orientierung zu geben, kann gezählt werden - 21, 22, 23 ...

Alernativ kann die Kamera auch auf "Bulb" gestellt werden. Das Objektiv wird zunächst verdeckt. Bewegt sich der Stick in das Motiv, wird - rechtzeitig vorher - die Abgeckung entfernt. Ist das Motiv mit dem Stick gezeichnet wird das Objektiv wieder verdeckt und die Aufnahme beendet. Durch die unterschiedlich langen Belichtungszeiten können sich unterschiedlich belichtete Hintergründe ergeben. Bei Aufnahmen in völliger Dunkelheit spielt dies natürlich keine Rolle. Vorteil diese Variante ist, das der zeitliche Spielraum für die Bewegungen des Stick viel variabler ist. Es können auch leichter mehrere Motive mit dem Stick gemalt werden.