Einen Blitz auf die Kamera zu setzen ist der einfachste Weg, aber nicht der geschickteste. Das Bild wirkt geblitzt - unschön und einfach.

Den Blitz lösen wir von der Kamera und setzen ihn so, das der Eindruck erweckt wird von hier käme etwas Sonnenlicht. Die Steuerung übernehmen wir gezielt selbst. Entweder manuell oder über eine TTL Korrektur. Im folgenden Beispiel blitzen wir manuell - das ist häufig einfacher, schneller und exakter.

Funkauslöser und -empfänger mit manueller Steuerung und sogar Blitzgeräte mit eingebautem Enfänger sind günstig und werden von vielen Herstellern angeboten. Zwischenzeitlich gilt dies auch für TTL Sender und Blitze mit eingebautem TTL Empfänger. J nach Aufgabe nutze ich Systeme von Yongnuo sowohl mit manueller Steuerung - die habe ich schon etwas länger - als auch neuere mit TTL Steuerung. Natürlich hat jeder Hersteller sein eigenes Protokoll für die Steuerung der Blitze und eine einwandfreie Funktion ist nur möglich, wenn der Funkauslöser und die Empfänger oder Blitze zueinander passen. Mehr zur Technik später in einem anderen Beitrag.

 

Zeit und Blende an der Kamera stellen wir so ein, das Motiv und Vordergrund korrekt beleuchtet werden. Auf die Schatten nehmen wir dabei keine Rücksicht, sie beleuchte wir im zweiten Schritt. Dazu könnten wir auch einen Aufheller nehmen und etwas Tageslicht dorthin reflektieren - aber dann sind wir bezüglich der Richtung und der Intensität des Lichts eingeschränkt. Ist die Kamera auf einem Stativ stellen wir die Entfernung manuell ein. Bei Aufnahmen aus freier Hand ist der Autofokus häufig die bessere Wahl weil wir den Abstand ständig verändern.

Es bleibt einfach: Den Blitz positionieren wir an einer geeigneten Stelle, hier links von der Kamera. Er soll den Pilz in einem tieren Winkel so beleuchten das auch die Lamellen Licht bekommen. Neben dem Blitz habe ich Pappe aufgestellt, die das Licht reflektiert. Eine punktförmige Lichtquelle ergibt hartes, gerichtetes Licht. Je größer die Lichtquelle und je näher der Abstand je weicher ist das Licht. Bei diesem geringen Abstand reicht eine kleine Fläche für eine weiche Beleuchtung aus.

Nun machen wir Testaufnahmen mit immer gleicher Zeit und Blende und kontrollieren das Ergebns auf dem Monitor unserer Kamera: Ist unser Aufhelllicht zu hell, regeln wir den Blitz herunter. Bei zu wenig Licht regeln wir den Blitz herauf. Alternativ können wir auch den Abstand verändern: Zu dunkel - etwas näher ran. Zu hell - etwas weiter weg. 

2017 FWGD500 2989

Und hier einige Bilder mit und ohne Blitz:

 

  • 2017 FWGD500 2983
  • 2017 FWGD500 2986
  • 2017 FWGD500 2987
  • 2017 FWGD500 2994
  • Aufnahme ohne Blitz
  • Aufnahme mit Blitz, etwa 90 Grad links neben der Kamera
  • Aufnahme mit Blitz, etwas näher links neben der Kamera
  • Aufnahme mit Blitz links neben der Kamera, etwas weniger Leistung.

Bei geringer Leistung brennen die Blitze extrem kurz ab - zwischen einer 1/10.000 und 1/30.000 Sekunde sind möglich. Da wir das Motiv direkt aufhellen und Licht an die Kanten setzen kann die Schärfe im Bild gesteigert werden.

Diese Arbeit erfordert etwas Übung. Aber schnell stellt sich ein Gefühl für die erforderliche Blitzleistung und Abstände ein. Bei Makroaufnahmen starte ich z.B. mit 1/16 Leistung bei Blende 8. Nach etwa 3 Versuchen habe ich die richtige Leistungsstufe und den richtigen Abstand herausgefunden. ISO auf 100 oder 200, die Zeit an der Kamera können wir nahezu frei wählen. 

Wichtig ist, in das Bild hineinzuzoomen und die bildwichtigen Teile genauer zu betrachten: Spitzlichter und Schatten prüfen und ggfs. korrigieren und die Schärfe prüfen.